mein krankes Dasein nach Erlösung schreit.
Dein weißes Fleisch wird mein Schafott,
in meinem Himmel gibt es keinen Gott.
Rammstein, "Weißes Fleisch"
Der Zirkel der Mutter ist engagiert wie die Carthianer, straff organisiert wie der Invictus und dabei so gefürchtet und missverstanden wie die Lancea Sancta und die Ordo Dracul.
Für viele Kinder der Nacht ist der Hexenzirkel der sprichwörtliche "Schwarze Mann", nur einen Hauch weniger bedrohlich als der geheimnisvolle Bund VII oder die rasenden Teufelsjünger von Belials Brut.
Der Zirkel der Mutter glaubt, dass alle Wahrheiten am Anbeginn bekannt waren, und dass die heutige Zivilisation sie unter dem Dogma der monotheistischen christlich-muslimisch-jüdischen Religionsdoktrin und Hand in Hand mit der Wissenschaft vergessen habe.
Die Akolyten des Zirkels folgen alten Wegen, vollziehen überlieferte Rituale, beten zu Wesenheiten, deren Name schon halb vergessen war. Sie ergehen sich in schauerlichen Riten und suchen gezielt nach dem Wissen, dass niemandem bestimmt ist zu wissen. Sie sind Paganisten, Ketzer, Häretiker, Hexer, Paktierer, Nekromanten, Priester.
Und sie glauben nicht, dass der Vampir verdammt wurde, sondern dass er ein natürliches Kind dieser Welt der Dunkelheit ist.
Es wäre falsch, sich den Zirkel der Mutter als eine weltweit einheitliche Lehre vorustellen. Jeder lokale Zirkel folgt seinen eigenen Lehren, setzt andere Prioritäten bei der Anrufung von Geistern und Götzen, und nicht eben wenige verbinden die verschiedensten Riten und Texte frei miteinander, glaubend, dass alle Entitäten einer bestimmten Grundrichtung eben eine einzige Entität sind, welche sich den Menschen im Laufe der Zeitalter unter verschiedenen Namen offenbart hat.
D E R B U N D I N B E R L I N
Der Zirkel der Mutter ist für die Berliner Vampire beinahe synonym mit dem teufelsanbetenden Mitternachtszirkel, obgleich der heutige Zirkel soweit bekannt ist weder in den Fußstapfen des alten, vom Westberliner Inquisitor Iontius ausgebrannten Zirkels wandelt, noch jener alte Zirkel wirklich bewiesener Maßen Teufelspakte geschlossen hätte.Die Furcht vor dem Zirkel der Mutter ist enorm, und das nicht grundlos: Immerhin hatten die Kinder der Nacht während der Niederschlagung des Mitternachtszirkels Gelegenheit, einige der fremdartigen Kräfte des Cruac selbst zu erleben, die man den Akolyten gemeinhin nachsagt.
Die Vampire sind sich bewusst, dass sie nicht alleine in dieser Welt der Dunkelheit sind. Der Gedanke, dass es einen Zirkel gibt, der sich gezielt jenen Schemen zuwendet (und sie anbetet), vor denen selbst die Kinder der Nacht zurückweichen, ist in der Tat beunruhigend. Und so steht auch unter dem Frieden der Dornenkrone zu erwarten, dass die Berliner Anverwandten, wann immer ein Akolyt vernichtet wird, heimlich einen Seufzer der Erleichterung ausstoßen.
Zu solchen Vorfällen kommt es freilich seit der wundersamen Rettung des Fürsten Faust durch die Wunderkräfte des Zirkels 2007 immer seltener:
Im Schatten des Fürsten und aus seinem Bett heraus, in dem sich des Fürsten Mätresse Theresa ausgesprochen wohl fühlte, konnte der Zirkel de facto das Sanktum von dessen Vormachtstellung als engsten Alliierten des Invictus verdrängen. Und dabei auch vergessen machen, dass immerhin mehrere Akolythen selbst dem Kreis der Attentäter und Verschlepper des Fürstenleibes angehörten, was das Auffinden von dessen Ruhestätte weit weit weniger "wundersam" macht, als man heute gerne verkaufen möchte.
Als absolutes Novum in Berlin ist die Aszendenz des Zirkels natürlich eine wacklige Angelegenheit, die in kommenden Jahren beweisen muss, ob es sich bei ihr um einen kurzfristigen Stolperer der Geschichte oder einen wahrhaften Wechsel handelt.
Schon hat der Fürst ein eigenes, erneuertes Sanktum begründet und sich dessen Bischöfin ins Bett geholt, um Theresa zu ersetzen. Und der wachsende Zorn des Zirkels hierüber muss -- so sagen viele -- geradezu zwangsweise zu Zwischenfällen führen, die es dem Fürsten völlig freistellen, beide Bünde und seine jeweilige Bettgenossinnen darin gegeneinander auszuspielen, mal der eine das Zuckerbrot geifernder Rache zuzubilligen, um ihr wenig später die Peitsche schroffer Zurechtweisung zu verpassen.
Ob sich der gemeinhin chaotische und wilde Zirkel solches Verhalten gefallen lassen wid, darf bezweifelt werden. Und genau darin mag schon jetzt die Saat seines Unterganges keimen...
A K T I V E C H A R A K T E R E
Der Vater R i n a k l e s vom Blute Daeva
Die Mutter T h e r e s a vom Blute Daeva
J e n i s vom Blute Gangrel
E p h r a i m vom Blute Mekhet
B o r e a s vom Blute Mekhet
L o k i vom Blute Gangrel
S l e i p n i r vom Blute Gangrel
T j o r v e n vom Blute Gangrel
O r p h e u s vom Blute Daeva
S u a d a vom Blute Daeva
R a g a n a vom Blute Mekhet
A b r a x a s vom Blute Gangrel
sowie mehrere Unbekannte, die an den Riten des Zirkels mit verhüllten Gesichtern teilnehmen
raben-aas, 02:48h

